Angst vor flexiblen Yoga-Stunden?

Ein Yoga-Interessierter mit etwas unstetem Alltag möchte mindestens einmal pro Woche in eine Yoga-Stunde gehen. Er kann aber nicht genau festlegen, ob das immer nur montags oder immer nur donnerstags sein wird. Aber einmal in der Woche muß sein. Der Yoga-Interessierte möchte auch während der Schulferien seinen Yoga-Unterricht geniessen. Schulferien betreffen ihn nicht.

Dafür würde er eine Art Dauerkarte kaufen. Oder ein Monatsabo oder eine 10er-Karte oder eine 12erKarte, oder eine Dreimonatskarte. Was sich die Yogis alles an Punkte- und Abrechnungssystemen einfallen lassen.

Komplexe Abrechnungsmodelle
Ein Yoga-Lehrer betreibt eine Yoga-Schule. Er hat monatliche Kosten, die er mit seinen Einnahmen wieder hereinbringen will und muß. Zudem möchte er, daß seine Schüler regelmässig in seinen Unterricht kommen. Was macht er? Er guckt sich um, was die anderen Yoga-Schulen anbieten und orientiert sich etwas danach, sucht und bastelt sich sein System. Daraus entsteht folgender Yoga-Unterricht:

  • 12-er Kurs vom 21. 09. bis 14.12.. Man legt sich auf diesen Kurs fest. Der Besuch eines anderen Kurses in der selben Yogaschule an einem anderen Wochentag ist nicht möglich.
  • 10er Karte, gültig 12 Wochen. Beim Nichteinlösen von Yogastunden innerhalb von 12 wochen verfallen die übrigen Berechtigungen zum Yoga-Unterricht
  • 20 Punkte-Karte: gültig 3 Monate. Eine Yoga-Stunde entspricht 3 Punkte. Übrige Punkte verfallen nach Ablauf der drei Monate, wenn nicht eingelöst.

meditation

Yoga-Unterricht ohne beengende Grenzen? / Bild: Bildschirmkopie von Satya Singh, gongmeditation.de

Bitte warum denn so kompliziert? Auf dem Yogaportal von Yogapad.de habe ich bereits mehrere Diskussionen zu diesem Thema gelesen. Haupthintergrund dieser Abrechnungsmodelle ist die Unsicherheit, seine Kosten wieder reinzubekommen. Zudem wollen die Lehrer ihre Schüler an sich binden. Ich bemerke auch den „leichten“ Zwang, dass die Schüler auch bitte regelmässig zum Unterrichten kommen, was sie ja nicht täten, hätten sie ein völlig freies System.

Vor der Eröffnung des Yoga-Zentrums in München waren die Diskussionen über Preise und Abrechnungsmodelle die zähesten und längsten. Herausgekommen ist dieses Modell.

Vermißt: Die Projektion
Hier vermisse ich die Projektion. Die meisten Yoga-Lehrer lernen das zumindest in ihrer Ausbildung. Es werden immer so viele Schüler kommen, wie es für den Lehrer gut ist. Wenn der Lehrer völlig offen ist, wird sich die Schule tragen und sie wird langsam aber sicher prosperieren. Vertrauen und aktives Handeln bringt hier mehr als Zwangs-Abrechnungsmodelle wie ich sie von Handy-Betreibern oder DSL-Anbietern kenne.

Das flexible Modell
Bei meinem ersten Yoga-Lehrer habe ich ein 10-Punktekartensystem kennen gelernt. Man kaufte eine Karte mit 10 Punkten. Nach jeder Yogastunde wurde ein Punkt gestrichen. Man kann konnte kommen wann man wollte. Die Karte war übertragbar, unbegrenzt gültig und berechtigte zu jedem Yoga-Unterricht, den er irgendwo in München anbot. Es waren Schüler dabei, die kamen nach einen Auslandsaufenthalt nach 2 Jahren wieder und machten mit ihrer alten Karte weiter. Kein Problem. Er hatte keine Angst, dass sich sein Unterricht, seine Kosten, seine Miete nicht tragen würden. Es klappt einfach.

Wer hat so etwas in und um München? Genau so etwas suche ich im Hatha-Yoga.

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