Augsburg mahnt Augsburgr.de ab

Nachdem sich Jack Wolfskin in der Internetwelt ein blaues Auge holte und unter die Zurück-Ruderer ging (Ihr Slogan „Draussen zu Hause“ passt hier gut), griff nun auch die Stadt Augsburg zur Abmahnkeule gegen die eigenen Bürger.

Augsburgr.de
Drei junge Männer aus Augsburg wollten ein Blog eröffnen. Dazu registrierten einer von ihnen, Michael Fleischmann, die Domain augsburgr.de. Um ganz sicher zu gehen, fragte Michael Fleischmann bei der Stadt Augsburg an, ob das für die Stadt ok wäre. Als Antwort, so dachte er, bekäme er ein Ja oder Nein.

Weit gefehlt. Die Stadt Augsburg beauftrage einen externen Rechtsanwalt, der dem Blogger eine Abmahnung über 1890,91 EUR (Streitwert gnädigerweise nur 50.000 EUR) zusanndte. Grund: Verletzung der Namensrechte der Stadt Augsburg. Die Domain müsse sofort wieder gelöscht werden.

Dies wurde natürlich schnell im Internet bekannt, es macht die Welle durch die Blogs und Twitter, wurde von den „großen“ Medien wie Spiegel-Online oder der Rhein-Zeitung kommentiert. Die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtete ebenfalls darüber.

Die Verantwortlichen der Stadt verstanden die Welt nicht mehr. War doch alles richtig, wie sie handelten. Fall prüfen, externen Anwalt einschalten, glauben, daß ihr Namensrecht verletzt ist, auf Unterlassung bestehen, entstandene Kosten einfordern.

Rathaus_Augsburg

Augsburger Rathaus: hier ließ man den Blogger abmahnen / Bild: Spielkind, CC-Lizenz

Zurück Rudern
Schließlich kriegt der Oberbürgermeister Wind von der Sache, bemerkt, daß seine fleissigen Ordnungsamt-Leute etwas zu wild waren und spielt den gnädigen Herren. Zuerst bemerkt er, daß rechtlich alles korrekt war, wie seine Statdverwaltung handelte. Er gibt aber an, daß die Rangehensweise etwa wild und forsch war, daß eine einfache Absage an den Bürger auch genügt hätte und daß man mit seinem Bürgern etwas sensibler umgehen soll (nachzulesen hier). Schließlich erläßt man dem Blogger die 1890 EUR und alle sinds glücklich. Der Blogger muß nichts zahlen, die Stadt hat klar die Zähne gezeigt und schreckt künftige ab, den Namen Augsb… zu verwenden.

Genauso lief es bei Jack Wolfskin auch ab, genauso davor und so wird es nach dem Augsburgr.de-Fall wieder sein.

Zusammenhalten im Web
Deshalb liebe Leute: Die Zeiten der anonymen Abmahnungen sind vorbei. Es gibt im 21. Jahrhundert die Möglichkeit, darüber in Sekundenschnelle die Welt zu informieren, Widerstand zu leisten und eine Öffentlichkeit zu mobilisieren, wie es vor ein paar Jahren noch undenkbar war. Also weiterhin Solidarität zeigen und die Augen offen halten.

(via michaeljäger.tv und werbeblogger.de)

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