Die Hang I

Nanak Dev Singh erzählte mir von der Hang Drum(man darf sie niemals Drum nennen) Hang kommt aus der Schweiz, ist Berner Dialekt und heißt soviel wie Hand bzw. mit der Hand gespielt. Entwickelt wurde das Instrument erstmals ende der 1990iger Jahre, es ist also noch sehr jung. Seit dem haben die Erbauer aber die Hang stetig weiter entwickelt. Momentan bauen sie die Integral Hang.

Aber es gibt dazu eine tolle Geschichte:
Es werden jedes Jahr nur ein paar Duzend Hangs hergestellt. Nur Felix Rohner uns Sabina Schärer bauen die Hang (PanART in Bern). Die ziehen sich jedes Jahr für ein paar Monate zurück um sich wieder zu finden, Klänge zu studieren und neue Schwingungen aufzunehmen. Die restliche Zeit bauen sie in Handarbeit dieses Instrument und empfangen die neuen Käufer, die sie ausgewählt haben.

Man kann sie nur bei den Beiden kaufen. Kein Musikshop, kein Internet, kein eBay. Nur PanART in Bern. Dazu schreibt man einen Papierbrief, in dem darstellt, warum man gerne und unbedingt eine Hang braucht. Man kann nicht anrufen, oder einfach vorbeikommen oder ein E-Mail schicken oder ein Fax. Nichts. Ein Papierbrief muß es sein. Dann wartet man ca. ein bis zwei Jahre. Wenn man Glück hat, erhält man eine Einladung in die Schweiz und kann sie sich in Bern aussuchen. Der persönliche Kontakt ist den beiden Erbauern wichtig. Auch muß man unterschreiben, dass PanART ein Rückkaufrecht hat, damit andere diese Hang erwerben können, wenn man sie nicht mehr braucht. Ebay-Preise von über fünf bis sechstausend EUR sollen damit vermieden werden, sagen Rohner und Schärer.

Die Hang besteht aus zwei in der Mitte zusammengesetzten Metallhälften. Oben ist eine kleine Wölbung, unten ein Loch. In die Fläche werden Vertiefungen eingearbeitet, verschieden groß, verschieden tief. Man spielt die Hang, in dem man mit der Hand darauf schlägt.

Hier ein Video, wie die Hang klingt:

hang

Eine Spielern bereitet sich mit ihrer Hang vor / Bild: Raghubir Kaur, gongmeditation.de

PanART haben auch eine offizielle Broschüre über dieses tolle Instrument. Hier könnt ihr die Broschüre als Pdf herunterladen.

Wer mehr über die Hang wissen will, guckt am Besten im Hangblog. Dort steht alles, was man wissen muß und findet viele Links zu Spielern, Videos und Neuigkeiten.

Update:
Michael Paschko vom Hangblog hat mir geschrieben und ein paar interessante weitere Infos gegeben, die ich euch nicht vorenthalten will:

„Es entstehen übrigens jährlich mehr als nur ein paar Dutzend Hanghang. In den letzten Jahren waren es etwa 400 bis 450 pro Jahr.
Das Video von Hangharry ist keine besonders gut geeignete Anleitung für Anfänger. Insbesondere der Vorschlag, das Hang mit den Daumen zu spielen, die man mit Gummireifen ausstattet, geht meiner Ansicht nach ziemlich in die Irre. Das Integrale Hang entfaltet seinen Klang bei sensiblem Spiel, dass so einen Schutz der Finger gar nicht erfordert. Wenn man meint, seine Finger oder Daumen abpolstern zu müssen, spielt man das Integrale Hang mit Sicherheit viel zu hart. Gerade Anfänger sollten keinerlei Hilfsmittel verwenden, damit ihre bloßen Hände das Hang richtig erkunden können.“

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