Die richtige Yogamatte: Checkliste

Was dem Rennfahrer sein Auto ist dem Yogi seine Yogamtte. Wer Yoga macht, wird bald merken, daß er weit über 90% seiner Praxis auf der Matte verbringt. Und die muß eine Menge mitmachen. Übungen, Entspannungen und Meditationen sollen darauf bestmöglich gelingen. Ob im Yogazentrum, am Strand, im großen Festivalzelt oder früh morgens auf der Wiese bei feuchtem Gras. Die gute Yogamatte macht das mit und verzeiht alles.

Worauf kommt es also an? Was muß sie können? Der Markt bietet hier viele Arten von Unterlagen. Ich habe sie mir mal angeguckt. Im Laufe der Jahre habe ich Erfahrungen auf allen Yogamatten gesammelt. Gute und weniger gute.

Die Kunststoffmatte
Sie ist die am weitesten verbreitete Yogamatte. Es gibt sie in 100 Farben und Stärken und Formen. Sie sind aus verschiedenen Kunststoffmischungen. Da das aber bei Yogis nicht so gut ankommt, geben viele Hersteller nicht die genaue Zusammensetzung an, sondern benennen „ihre“ Mischung mit einem Markennamen. Andere sind da offenen und stellen ihre Matten aus PVC (Polyvenylchlorid) unter Beimischung von Weichmachern (z.B. Dioctylphthalat DOP) her. Oder das aus Schallplatten bekannte Vinyl, was genaugenommen aber auch Polyvenyle sind (siehe PVC). Diese Kunstsotffe haben klare Vorteile. Sie sind rutschfest, leicht und preislich günstig. Nachteilig wirkt sich vor allem der mangelnde Komfort aus. Schweiß bei Übungen oder Feuchtigkeit im Freien sorgen für ein unangenehmes Liegegefühl. Damit sich dann keine Pilze bilden, werden viele dieser Matten wiederum chemisch behandelt. Antifungizide, Sanitizer und ähnliche Stoffe sollen die Matte auch im Detail sauber halten. AZO-Farbstoffe sorgen dafür, daß die matten peppig pfiffig bunt sind und toll aussehen.

Manche Massenanbieter wie beispielsweise große Yoga- oder Fitnesszentren schwören darauf, weil sie billig sind. Andere nennen auch die einfache Reinigung als Grund. Man kann sie mit heißem Wasser und Spülmittel saubermachen, anschliessend mit kaltem Wasser abspritzen- fertig. Ich selbst meide Kunststoffmatten völlig. Weder im Freien noch im Yogazentrum und schon gar nicht zu Hause will ich auf Kunstfoffmatten aus den problematischen Materialien liegen. (Bild: Satnam.de)

Die Bambusmatte
Sie gehört ebenfalls zu den preisgünstigen Modellen. Früher eher bekannt als gute alte Badematte, erfreut sich die Bambusmatte in letzter Zeit auch bei Yogis großer Beliebtheit. Bambus ist ein schnell nachwachsender Rohstoff. Wenn man auf die Herkunft achtet (keine Regenwälder sollten dafür abgeholzt worden sein) und die Farben AZO-frei sind, spricht aus dieser Hinsicht nichts gegen Bambusmatten.

Sie sind leicht, widerstandsfähig und oft sehr farbenfroh. Für viele ist die Bambusmatte jedoch zu unbequem, um darauf meditierend zu sitzen oder entspannt zu liegen. Das ist auch aus meiner Sicht der größte Nachteil. Für mich steht also die Nutzung einer Yogamatte aus Bambus nicht auf der Agenda (Das Bild stammt von cebuguitarist und steht unter der Creative Commons Linzenz)

Das Schaffell
Ein Klassiker. Absolutes Naturprodukt. Die Haut vom toten Schaf. Es ist sehr weich und kuschelig. Manche Yogis schwören darauf. Aufgrund seiner geringen Größe eignet es sich nicht so gut für längere Entspannungen, wenn man drauf liegt. Draußen im Freien sollte man eine Wasserfeste Unterlage verwenden. Schaffelle sind etwas schwieriger in der Reinigung, da die Haut des Tieres auf der Unterseite oftmals porös und rissig wird. Hier sollte man tatsächlich den Gang zur professionellen Reinigung wagen.

Das Schaffell spaltet die Yogis am Meisten. Viele pflegen auch einen ganzheitlichen Lebensstil oder/und sind Vegetarier. Sie lehnen Schaffelle kategorisch ab. Sie wollen nicht auf der Haut des toten Tieres Yoga praktizieren. Das muß absolut respektiert und in die eigene Entscheidung einbezogen werden. Man sollte sich also auch diese ethischen Gedanken machen. Ich selbst lehne Schaffelle auch aus praktischen Gründen ab. Sie sind mir zu klein und draussen im Freien (bei z.B. feuchter Wiese) zu anfällig. Fussel, Grashalme, Blattstiele und Kleintier lassen sich nur sehr mühsam wieder rausfuzzeln.

Die Schafmatte

Die Schafmatte hat im Gegensatz zum Schaffell den Vorteil, daß sie wesentlich flexibler gestaltbar ist. Das „Schaf“ an ihr besteht aus Wolle. Für die Vegis also: Das Schaf lebt nach der Schur weiter und hüpft über die Weide. Die Flexibilität in der Gestaltung betrifft sowohl Oberfläche als auch Untermaterial. Hier gibt es die superflauschigen Hochflormatten. Die Oberläche hat also den Charakter eines Schaffelles, besteht aber eben aus Schurwolle. Das Gegenteil sind die Niedrigflormatten. Die Schafwolle ist bei denen nicht so hoch, liegt sich deshalb mit der Zeit auch nicht so platt. Neue Matten verlieren hier, im Gegensatz zu den Hochflormatten, nicht so viele Flusen.

Bei der Beschichtung unten muß man auf die Bodenverträglichkeit achten. Manche bleiben auf Holzböden kleben und verlieren beim Hochheben einen Teil des Unterbelages (z.B. Latex), der nur schwer wieder vom Boden wegzukratzen ist. Also Achtung beim Kauf! Wer öfters draußen Yoga macht und seine Matte direkt in die Wiese legt, muß auf eine feuchtigkeitsschtzende Beschichtung achten (z.b. wieder Latex). Grundsätzlich sind diese Matten im Schonwaschgang in der eigenen Waschmaschine gut waschbar. die Schafmatten isolieren sehr gut, d.h. sie halten sowohl Kälte (Bodenkälte draussen) und Wärme (Bodenheizung drinnen) gut ab.

Ich selbst bevorzuge diese Art von Matten. Sie sind aus natürlichen Materialien, draussen wie drinnen verwendbar, in meiner Größe zu kaufen und leicht einzurollen und transportieren. Meine Matte habe ich jetzt seit ca. 6 Jahren.

Größen
Die Yogamatten (ausgenommen Schaffelle) sind von der Kindergröße (60x 120 cm) bis zur individuellen Supersondergröße (125 x 250cm) zu haben. Dazwischen kann man kaufen, was das Herz begehrt. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, daß man komplett darauf liegen kann.

Checkliste: Welche Matte für Dich?
Welche Matte eignet sich nun für Dich? Hier eine kleine Fragen-Checkliste:

  • Was für ein Typ bin ich? Muß es flauschig und bequem sein, oder eher hart und widerstandsfähig?
  • Praktiziere ich mehr Yoga oder Meditation? Das kann die Größe beeinflussen.
  • Verwende ich sie draussen und/oder drinnen?
  • Viel zu Hause an einem festen Platz oder mehr Unterwegs auf Workshops, Seminaren, Festivals, Yogazentren ect.
  • Muß sie leicht sein, oder spielt das keine Rolle, weil z.B. mit dem Auto unterwegs?
  • Spielen ethisch- ökologische Punkte eine Rolle (Schafhaut, Herstellung + Entsorgung)?
  • Hast Du Allergien, oder deine Mitmenschen, die neben dir Yoga praktizieren und du weißt das?

Und am Ende entscheidest Du selbst über Deine Matte. Die Angebote sind draußen am Markt vielfältig. Das Internet bietet dazu zahlreiche Online-Shops an. Hier eine kleine, subjektive und unvollständige Auswahl:

www.bausinger.de

www.satnam.de

www.yoga-shop.org

www.finkhof.de

11 Comments
Previous Post
Next Post