Nackenrollen

Eine sehr häufige Yogaübung sind die Nackenrollen. Sie kommen sowohl während der Übungsreihen als auch bei der Vorbereitung oder „Aufwärmung“ vor. Die Nackenrollen können das Nervensystem beruhigen, die Durchblutung des Kopfes (Gehirnes) fördern, die Nackenmuskeln dehnen und kleinere Blockaden lockern.

nackenrollenDie Nackenrollen bergen aber auch Gefahren, denen sich ein Yogalehrer bewusst sein muß. Was kann also schief gehen?

Es sind zwei Dinge, auf die man besonders achten muß.

  • Zum einen ist das die Blutzirkulation vom Herzen über das Genick zum Gehrin. Das geschieht durch die Vertebalartieren, die durch die Nackenwirbelsäule ziehen.
  • Zum anderen haben wir zwischen den Wirbeln kleine Verbindungsgelenke (facet joints), die dafür sorgen, daß wir die Wirbel überhaupt bewegen können. Eine Beeinträchtung der Blutzirkulation zum Gehirn als auch der Nervenstränge im Genick können schwere Probleme verursachen: Zuwenig Sauerstoff fürs Gehirn und Taubheit, Schwachheit und Schmerzen die Arme herunter, verursacht durch einen eingeklemmten oder gedrückten Nerv.

Aufbau der Halswirbelsäule:

Hier ein tolles kurzes Video (in englisch), das den Aufbau der Halswirbelsäule sehr gut zeit (klick auf das Bild):

halswirbelsaeule

Probleme treten nun auf, wenn die Halswirbelsäule anfängt, sich gewöhnlich zu „entwickeln“, also typische westliche Abnutzungserscheinungen auftreten. Die Bandscheiben verengen sich oder trocknen aus, die kleinen Verbindungsgelenke bekommen Arthritis. Die Wirbelsäulenöffnungen, wo die Nerven austreten, werden kleiner und drücken auf die Nerven.

Nackenrollen können bei Menschen, die unter den genannten Veränderungen des Nackenbereiches leiden, die die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen. Das kommt bei Plaque in den Artierien häufig vor. Schwindelzustände, Schwarz vor den Augen oder kurzer Bewusstseinsverlust sind mögliche Folgen davon. Zudem können bei Nackenrollen die Nerven einklemmen und Arme taub werden.

Was soll man also nicht tun?

  • Den Kopf komplett nach hinten hängen lassen. Es öffnet zwar den Rachen, drückt aber in das Genick.
  • Völliges und schnelles Kopfkreisen
  • Ruckartige Kopfbewegungen zur Seite oder nach hinten.

Hier als Beispiel die Fischposition (Matsyasana)
nackenhinten
(Bild von Yoga Vidya)

Alternativen zur Nackenrolle

  • Kopfkreisen auf Schulterebene (also Kopf nicht nach hinten drehen)
  • Kopf nach links und nach rechts rehen oder langsam hängen lassen
  • Kinn zur Brust und anschliessend den Kopf in den Nacken legen (vor und zurück)


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