Stevia – ein Versuch

Zu Ostern habe ich von meiner Frau Stevia bekommen. Genau genommen ein kleines Miniflascherl mit diesen Steviatropfen und einem Grapefruitkernextrakt. Sie hatte es auf der Rohkostmesse Rohvolution gekauft.

Was ist Stevia?
Stevia ist kaum bekannt. Es handelt sich dabei um ein Süssungsmittel. 30x süsser als Zucker, 150x mehr Süsskraft als Saccharain (E954). Stevia ist pflanzlich und kommt aus Südamerika, genauer gesagt aus dem Grenzgebiet von Paraguay und Brasilien. „Entdeckt“ wurde die Süssungskraft der Stevia-Pflanze bei uns in den 1930iger Jahren. In Südamerika nehmen die Einheimischen das natürlich schon viel länger. Stevia hat keine Kalorieren, schont die Zähne und süsst viel stärker als Zucker.

Gefahr durch Stevia
Aber hallo. Wenn Stevia so super toll süsst, warum haben wir dann immer noch diese Aspartam Saccharin- und Freunde-Süssungsmittel? Aspartam z.B. wird von unseren bekannten Freunden von Monsanto hergestellt. Die wollen natürlich ihren Markt für ihr Produkt nicht geschmälert sehen. Also haben sie entsprechende Studien finanziert, um Lobby-Meinung gegen Stevia zu machen. Das hatte 1984 in den USA großen Erfolg. Stevia wurde als Lebensmittel nicht erlaubt. Langsam rehabilitiert sich die Stevia-Situation in den USA wieder.

In Europa gibt es Wiederstände der Agrar-Industrie. Stevia als Zuckerersatz? Was machen all die subventionieren Zuckerbauern, die Zuckerindustrie? Stevia wurde der sog. Novel Food Novelle unterstellt. Es ist momentan verboten, Stevia als Lebensmittel in Umlauf zu bringen.

In manchen Öko-Läden findet man Stevia-Produkte in der Kosmetik-Abteilung. Die momentan zugelassene Menge ist 0-4 mg/kg Körpgergewicht.

Hier ein Bericht aus dem schweizer Fernsehen:

Neue Chancen für Stevia
Man braucht schon starke Befürworter für ein bekämpftes Produkt. Und da kam Coca Cola ins Spiel. Sie reichten bis 2007 zahreiche Patente für Stevia-Produkte ein. Einsatzgebiet: Ihre Light-Produkte. Die Zucker-Industrie läuft Sturm. Coca Cola aber sieht mit Stevia neue Chancen für seine Produkte.

Die Steviapflanze gibt es aber in vielen Gärtnereien zu kaufen.

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(Bild: Sten Porse, unter CC-Lizenz)

Wie süsst man mit Stevia?
Je nach Stevia-Produkt muß man da genau dosieren. Denn Stevia süsst im Milligramm bzw. Tropfenbereich. Ihre Süsskraft ist ungemein stärker als bei herkömmlichen Zucker. Wir sind beim Zucker auf Gramm- und Löffelangaben konditioniert. Bei Stevia läuft das anders.

Ich habe das jetzt bei meinem Kaffee aus der Espressomaschine getestet. Ein paar mal hats schon gedauert. Ein Tropfen erstetzt einen Löffel Zucker. Bei einem Tropfen hab ich in meinem Espresso noch nichs von süss gespürt. Ich bin schliesslich bei 3 Tropfen gelandet. Schmeckt dann auch süss. Mein Stevia-Produkt aus der Nahrungsergänzungsmittelindustrie der USA hat einen Beigeschmack. Und der erinnert schon sehr an die Familie der Aspartamis und Saccharinis.

Hier ein Bericht des NDR mit einem Kochrezpet: (Bild klicken)

stevia

(Bild: eigene Bildschirmkopie)

Fazit: Stevia für mich?
Ganz klar. Das Testergebnis mit Kaffee sagt: Nein. Der komische Beigeschmack sagt mir: Dieses Stevia-Produkt aus dem Fläschchen soll es nicht sein. Ich gebe Stevia aber noch nicht auf. Ich werds mal als Pulver noch probieren. Jetzt süsse ich in meinem Haushalt ausser Kaffee höchsten noch Griessbrei mit Zimt-Zucker. Kaffee ist das gesüsste Produkt Nr. 1 bei mir. Sonst ist Zucker bei mir kaum in Verwendung. Zudem bin ich durch den Zuckergeschmack, den wir ja von Baby auf kennen, so konditioniert, dass unsere Rezeptoren Zuckersüsse als „normsüss“ empfinden. Wer weiß, wie es wäre, hätte man mich von Baby auf mit Steviasüsse gefüttert. Dann wäre wohl die Zuckersüsse mit üblem Beigeschmack versehen. Wie das mit dem Konditionieren unserer Rezeptoren und Sinne funktioniert, habe ich grad hier gezeigt.

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