Ursprünge des Gongs

Der Gong gilt als eines der Urinstrumente (neben Trommeln, Digeridoo ect.). Sein Ursprung ist nicht wirklich fundiert bekannt. Erstmals wurden Gongs in China erwähnt. Doch dort wird seine Herkunft von einer anderen Kultur weiter westlich beschrieben. Historiker meinen, es wäre der Nord-Osten Indiens. Das Gebiet deckt sich mit den heutigen Ländern Pakistan und Afghanistan, also nicht dem politischen Indien von heute.

Ethnomusikologen geben auch an, der Gong kome aus dem antiken Griechenland und verbreitete sich von dort mit den Feldzügen Alexanders des Großen bis nach Indien, was die obige Darstellung untermauert. Aus Griechenland ist tatsächlich ein gongähnliches Instrument aus dem 8. Jahrhundert v.Chr. nachgewiesen. Es wurde Echeion genannt. Man benutzte es, um den Donner der Götter und den Höhepunkt einer rituellen Zeremonie anzukündigen. Das Echeion wurde auch in Eleusis und Sparta für Todesrituale verwendet. Auch Plutarch erwärnte „bronzene Trommeln“, die die parthischen Heere verwendeten, um ihre Feinde auf dem Feld einzuschüchtern.

Das frühest mögliche Auftreten des Gongs war die Bronzezeit zwischen dem Ende des 3. Jahrtausends und dem Beginn des 1. Jahrtausends v.Chr., als Waffen und Werkzeuge aus Bronze hergestellt wurden. Funde zeigen dabei Bronzeschilder. Eine Bespielung der Schilder war durchaus möglich, ist jedoch nicht erwiesen.

Im Westen nutzten die Römer den Gong und weitere Metallscheiben (Discus = Scheibe) als Signalinstrument. Ein runder Gong aus dem ersten oder zweiten Jahrhunder n. Chr. wurde im englischen Wiltshire gefunden.

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Ein Gong in der Villa Nieuwenkamp, Fiesole bei Florenz / Bild: Sailko, CC-Lizenz

In der Bibel kommt der Gong bei Paulus´ Brief an die Korinther vor: ( I Corinther 13, 1): „If I speak in the tongues[a] of men and of angels, but have not love, I am only a resounding gong or a clanging cymbal.“

Das Wort Gong wurde erstmals im 16. Jh. in Europa benutzt. Es kommt aus dem Indonesischen für deren ursprünglichen Ggong, den diese Bonang oder Bonang-Bonang in der Mehrzal nannten. Holländische Kolonialisten in Indonesien überstzten das mit Gom-Gom was phonetisch zu Gong-Gong und schließlich zu Gong wurde wurde. Interessanterweise wurde im Indonesischen der Gong auch manchmal Cakram geannt. Dieses Wort kommt aus dem Sanskrit (chakra) und bedeutet Rad. Im Yoga nennen wir die Energiezentren entlang der Wirbelsäule ebenfalls Chakra.

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Sammlung vietnamesischer Tây Nguyên Gongs / Bild: Đỗ Tuấn Hưng, CC-Lizenz

Europäische Chronisten erwähnten den Gong im 17. Jh. Er wurde aber bis zur Zeit des Rokoko und der französischen Revolution kein anerkannter Teil der westlichen Musik.

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