Yoga und Schmerz

Vor Kurzem stieß sich auf die Frage: „Was soll ich tun, wenn ich Schmerzen bei einer Asana habe?“ Asana ist eine Yogaübung. Da fiel mir wieder die Einteilung von Schmerzen ein, die wir im Yoga haben. Grundsätzlich sind Schmerzen Signale vom Körper, daß „Etwas“ nicht stimmt. Darauf gilt es zu hören. Was für Schmerzen haben wir also beim Yoga?

Dehnungsschmerz
Er kommt, wenn wir in einer Übung an die Grenze der Fähigkeiten unseren Körpers gehen. Er kann nicht mehr, auch wenn die Übung noch weit von der korrekten Ausführung entfernt ist. Es ist ein positiver Schmerz. Es tut weh, wenn wir uns z.B. sooo weit dehnen. Der Dehnungsschmerz zeigt uns unsere Grenzen auf.


(Bild: Yoga Vidya Münster, vielen Dank dafür)

Eine typische Übung ist der Drehsitz aus dem Hatha-Yoga. Hier ziehts und ziepts oft an allen Ecken und Enden. Das sagt uns zum einen, daß die Energiekanäle nicht geöffnet sind und wir Blockaden haben. Zum anderen können wir hier genau bis zu unserer Grenze gehen und durch tiefes Atmen sie langsam ausweiten und dadurch dehnbarer werden.

Beim Dehnungsschmerz sollten wir grundsätzlich nicht darüber hinweg gehen. Bleibe genau an der Grenze und atme in die Übung hinein. Taste und berühre mit jedem Atemzug die Grenze und dehne in kleinen Schritten weiter. Der Schmerz wird nicht stärker. Der Körper bekommt das Signal: Das reicht noch nicht. Du mußt mehr tun. Wenn wir nun diese Übung regelmäßig wiederholen würden, so merkten wir, dass wir uns sehr wohl über den Punkt, an dem es das erste mal noch schmerzte hinwegkommen. Wir sind dehnbarer geworden. Wichtig ist hier, nicht verbissen ran gehen und den Schmerz ignorieren und gleich über die Grenze hinweg gehen. Das kann zu Schäden führen. Dafür signalisiert uns der Schmerz ja: „Stopp. Hier ist die Grenze.“ Die Wiederholung ists, die die Veränderung bringt.

Stechschmerz
Den Stechschmerz spüren wir, wenn wir Körpterteile mit einer Intensität belasten, die sie nicht verkraften können. Oftmals sind es Knie oder der Rücken. Die Intensität kann aus zu vielen Wiederholungen oder zu starker einmaliger Bealstung bestehen. Er sagt uns klar: „Das kann ich nicht“.


Die Cobra (Bhujanga) ist so eine Übung. Hier sollten Yogis mit Problemen im unteren Rücken unbedingt die schonendere Variante (Sphinx) üben oder die Übung komplett lassen.

Wichtig: Hört auf Euren Körper. Übungen, die den Stechschmerz verursachen, müssen dann eben sanfter gemacht werden, weniger oft wiederholt oder gar völlig aus dem Programm genommen werden. Verbissenheit, das-schaff-ich-schon kann mehr schaden als helfen. Im Yoga gibt es auch viele Hilfsmittel, die unterstützen sollen, bistimmte Übungen trotz körperlicher Probleme durchführen zu können (Kissen, Bänder, Meditationsbank ect.)

Wie erkenne ich nun welchen Schmerz?
Hier kommt die Kunst zum Tragen, auf seinen Körper zu hören und nicht den Verstand zu gebrauchen, der oftmals zum Durchhalten auffordert oder eben beim Ankommen an der Grenze zum Aufgeben. Bei beiden ist wichtig: nicht darüber hinausgehen. Geht schonend mit Eurem Körper um, aber fordert ihn durchaus und weitet Eure Grenzen aus. Euer Yogalehrer kann Euch viele kleine Hilfsstellungen zeigen, die Euch entlasten z.b. unterer Rücken oder Knie.

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